Nachlese zur Veranstaltung
Noch in den 70er Jahren war die Leipziger Künstlerin im Interview des Bandes „Ateliergespräche“ gleich zu Beginn gefragt worden, wie es sich denn so lebe als Frau eines großen Künstlers. Was für eine Fehleinschätzung! Ursula Mattheuer-Neustädt war von Beginn ihrer Karriere in den späten 40er Jahren an eine unglaublich eigenständige und originelle Künstlerin.
Das zeigte nicht nur die von der Stiftung kuratierte Ausstellung in der Stadtbibliothek Leipzig. Jeder einzelne Beitrag der großen Hommage von Künstlerspur, Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer-Stiftung, Leipziger Städtischen Bibliotheken und Rosas Salon beschrieb dies. Sie selbst hat gesagt:
“Ich habe nie etwas gemacht, das ich nicht wollte.“
Das war unsere Veranstaltung:
Wann : Freitag, 10.07.2026 (18:00 Uhr)
Wo : Stadtbibliothek Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10, D-04107 Leipzig – www.stadtbibliothek.leipzig.de
Was : Start 18:00 Uhr mit dem Besuch in der Personalausstellung im 1. Stock
Ehrung : 19:00 Uhr als Veranstaltung für Ursula Mattheuer-Neustädt im Oberlichtsaal
Zusätzlich : 16.07.2026, 19:00 Uhr, Besuch in der Stiftung, Hauptmannstraße 1
Zusätzlich: Stiftungsbesuch
Am Donnerstag, den 16.07.2026, haben Interessierte von 12:00 bis 16:00 Uhr die Möglichkeit, in der Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer Stiftung in der Hauptmannstraße 1 in 04109 Leipzig Originalwerke der Künstlerin und ihres Mannes Wolfgang Mattheuer zu sehen und mit der Leiterin der Stiftung, Claudia Rodegast, ins Gespräch zu kommen. Die Künstlerspur Leipzig war bereits im Vorgespräch zur Veranstaltung in den schönen Stiftungsräumen. ♥ Ein Besuch lohnt sich.
Unsere Veranstaltung
für die Zeichnerin
Ursular Mattheuer-Neustädt
Es war für die Organisatorin Dagmar Winklhofer-Bülow nicht leicht, Zeitzeugen und Gesprächspartner für eine so große Künstlerin zu finden, die aber, weil sie nicht lehrte, keine Schüler hatte. Aber die Journalistin Traudel Thalheim und der Grafiker und Illustrator Egbert Herfurth hatten Ursula Mattheuer-Neustädt ganz persönlich gekannt und konnten die „Lücken“, die das zu Beginn gezeigte Video mit der Künstlerin (siehe Website der Künstlerspur) vielleicht doch noch ließ, anekdotisch auffüllen. So berichtete Egberth Herfurth, Wolfgang-Mattheuer-Schüler und selbst hoch ausgezeichneter Illustrator von über 300 Büchern, von der ersten, eher zufälligen Begegnung mit der Künstlerin. Im großen Interview mit Dagmar Winklhofer-Bülow legte er offen, wie sehr er die weichen, feinen präzisen Linien seiner Kollegin Ursula bis heute schätzt und wie sehr ihren unbeirrbaren Blick für Qualität in den vielen Jurys, in denen sie miteinander arbeiteten. Die zentrale Frage des Interviews war, wie ein Illustrator/ Zeichner/Grafiker an seine Arbeit für ein Buch herangeht und wie lange es dauert, bis ein ihn zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist. „Nein, als Illustratorin mochte sie nicht bezeichnet werden, eine Zeichnerin war sie wohl. Das hätte ihr gefallen“, sagte Herfurth.
In völlig freier und hoch engagierter Rede erfasste Diana Kopka, Kuratorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ursula Mattheuer-Neustädt als Künstlerin und als Mensch. Sie würdigte besonders deren tiefes Durchdringen eines anderen Kunstwerkes, ehe sie zeichnete. Außer den Porträts der UMN brachte uns Diana Kopka vor allem die zarten Landschaftsblätter nahe, die eine große Liebe zu ihrer voigtländischen Heimat und eine wache Neugier auf die Welt widerspiegeln.
Ursula Mattheuer-Neustädt ist nicht nur die Erfinderin des Pointilismus mit dem Kugelschreiber. Wie alle wahren Künstler hat sie mehr als eine Begabung. Und so las Elli Neuhaus Gedichte und den Kurzessay „Über das Schöne“ von Ursula Mattheuer-Neustädt.
Die umfangreiche Personalausstellung mit wichtigen Arbeiten, Fotos des Künstlerehepaars und persönlichen Utensilien wird noch bis Anfang Oktober im Foyer der Stadtbibliothek am Leuschnerplatz gezeigt. Danach eröffnen die Kunstsammlungen Chemnitz eine große Ausstellung zum Künstlerehepaar, die die 100. Geburtstage beider ehrt.
Doch zuvor, am 16.7.2026, öffnet von 12 bis 16 Uhr die Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer-Stiftung am Sitz in der Leipziger Hauptmannstraße 1 allen Interessierten die Tore.
Es war uns erneut eine Freude und wir bedanken uns herzlich bei unseren Laudatoren und Gästen, sowie der Stadtbibliothek Leipzig am Leuschner-Platz für die Ausstellung, den Oberlichtsaal und technische Unterstützung.
Ihre Dagmar Winklhofer-Bülow
Dr. Helmuth Markov
Prof. Manfred Neuhaus
und das Kernteam
