Werner Bräunig,
Werner Bräunig, der Autor des bekanntesten, in der DDR nicht verlegten Romans „Rummelplatz“ über die Wismut AG, ist mit 42 Jahren früh verstorben. Nach dem Vorabdruck eines Kapitels seines Romans in der Zeitschrift Neue deutsche Literatur im März 1965 hatte die SED im 12. Plenum, dem kulturellen Kahlschlagplenum, an ihm ein Exempel statuiert wie an kaum einem anderen Schriftsteller der DDR. Bräunig verlor jedes Selbstbewusstsein und traute sich keine großen epischen Texte mehr zu. Sein Roman blieb verboten.
Dr. Volker Külow zeichnete ein Bild der Zeit Bräunigs am Literaturinstitut Johannes R. Becher – wer waren die Kommilitonen, wer die Freunde, wer die Dozenten zu jener Zeit.
Markkleebergs Oberbürgermeiste Karsten Schütte vollzog die Medienschlacht 1965 gegen Bräunig nach. Der Journalist Bernd Mühling beschrieb die tiefe Verbundenheit Bräunigs mit Markkleeberg und seinen Menschen. In den Leipziger Jahren war er Stammgast in der Gaststätte „Wartburg“ und fing die Atmosphäre jener Markkleeberger Gegend in seinem Werk ein. Bewegend schilderte Uwe Bräunig, der Sohn des Schriftstellers, welches Schicksal das Manuskript von „Rummelplatz“ hatte und auf welch kriminelle Weise der Verlagsdirektor des Mitteldeutschen Verlages, Dr. Eberhard Günther, nach der Wende die Familie als rechtmäßige Erben enteignete, indem er sich das Manuskript unter den Nagel riss. Dagmar Winklhofer-Bülow schilderte den vergeblichen Versuch, 1989 das Manuskript im Mitteldeutschen Verlag zu edieren.
In der Markkleeberger August-Bebel-Straße 27, der ehemaligen Gaststätte „Wartburg“ enthüllte die Künstlerspur am 24.09.2026 um 15.30 Uhr eine Ehrenplakette für Werner Bräunig.
Text: Dagmar Winklhofer-Bülow, 24-09.2026
Eine Würdigung für den Leipziger Schriftsteller durch die Künstlerspur Leipzig und Rosas Salon.