Karl
Krug

30.10.1900 Leipzig - 8.3.1983 Leipzig

Karl Krug war der stille Melancholiker unter den Leipziger Künstlern.

Seine stilistischen Vorbilder fand er vor allem bei den alten Meistern von der Renaissance bis zur Romantik, aber auch bei den Nachimpressionisten. Krugs Bilder zeigen nahezu ausschließlich Landschaften, stets menschenleer. Daneben umfasst sein Werk auch wenige Stillleben und Porträts.

Quelle: Kunstfreund.de

Nach Abschluss der Volksschule 1915 machte Karl Krug erst einmal eine Lehre als technischer Zeichner und arbeitete auch einige Jahre in diesem Beruf. Dann aber setzten sich doch seine künstlerischen Ambitionen durch. 1921 schrieb er sich in Leipzig an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe ein, der heutigen HGB. Zunächst war er Abendschüler in einer Bildhauerklasse, dann bis 1932 Student der Malerei und Grafik.

Prägend waren für Krug Studienreisen, die er in diesen Jahren nach Italien und Schleswig-Holstein unternahm, später ins Riesengebirge, in die Sächsische Schweiz und an die Kurische Nehrung. Als freischaffender Künstler faszinierte ihn aber besonders die karge Schönheit des Leipziger Umlandes, der Auenwälder und der fast dörflich anmutenden Vororte.

Der Zweite Weltkrieg bedeutete auch für Karl Krug einen tiefen Einschnitt.

Als Soldat der Wehrmacht wurde er 1941 nach Norwegen abkommandiert. Dort geriet er kurz vor Kriegsende in Gefangenschaft. Bei seiner Rückkehr 1947 musste Krug einen Schock verkraften. Sein Leipziger Atelier war bei einem Bombenangriff zerstört, der größte Teil seines bisherigen Werkes vernichtet worden. Hinzu kam: Die in Norwegen entstandenen rund 40 Gemälde und zahlreichen Zeichnungen hatte er als Frachtgut nach Hause geschickt. Jedoch kam diese Sendung nie an. Karl Krug musste mit 47 Jahren also künstlerisch ganz neu beginnen.

1950 kehrte er zu seiner einstigen Ausbildungsstätte zurück - diesmal als Lehrer. Bis zu seiner Emeritierung 1965 leitete Krug an der Hochschule für Grafik und Buchkunst die Werkstatt für Radierung und Kupferstich. Die Studierenden schilderten ihn als wortkargen, kauzigen und derb kritischen Mann, zugleich rühmten sie ihn als einen handwerklichen Perfektionisten.

Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Sighard Gille, Ulrich Hachulla. Bernhard Heisig, Gerhard Kurt Müller und Volker Stelzmann.

In seinem eigenen Schaffen knüpfte Krug an seine Vorkriegsarbeiten an, jedoch stilistisch verfeinert und bereichert um seine Eindrücke aus Norwegen. Er ließ sich inspirieren durch die unendliche Weite der nordischen Landschaft und deren Einsamkeit, durch die Strenge der Berge und Fjorde.

Die meisten Bildmotive fand Krug aber immer noch in seiner Heimatstadt Leipzig sowie deren näherer und weiterer Umgebung. Davon zeugen Titel wie „Brücke in Plagwitz“, „Dorfstraße in Schönau“, „Weiden am Bach“ oder „An der Unstrut“. Dabei spürte er den Stimmungen wechselnder Tages- und Jahreszeiten nach – so etwa der Verwunschenheit herbstlicher Tümpel oder nebliger Flusstäler. Allen diesen Arbeiten gemeinsam ist eine reduzierte Farbigkeit. Daher wirken auch die Gemälde oft beinahe wie Grafiken.

Noch als über 80-Jähriger sagte Krug, er arbeite jeden Tag und könne ohne Arbeit nicht leben. Und so sah man ihn auch immer wieder in seiner früheren Werkstatt in der HGB. Dort druckte er und widmete sich einer ganz persönlichen Liebhaberei: Er fertigte für seine Bilder gold- oder silberbeschlagene Rahmen und verkaufte solche auch an Kollegen.

Wohnhaus

Wohnhaus

Ferdinand-Rhode-Str.14, Leipzig 

Grab

Grab

Grabstelle Karl Krug auf dem Südfriedhof

Werk Karl Krug

Werk Karl Krug

Weitere biografische Angaben zum Landschaftsmaler & Grafiker Karl Krug zeigt auch der "Bildatlas DDR-Kunst" des Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.

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